The University of Southern Queensland - Universität in Toowoomba .: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Studieren in Australien :.
Ich scheine eine der wenigen zu sein, die es über Ranke-Heinemann zum Auslandsstudienjahr nach Toowoomba verschlagen hat. Dennoch studieren an der UNIVERSITY OF SOUTHERN QUEENSLAND jedes Semester um die 25 Deutsche „on-campus“, die sich alle nett während der Orientierungswoche für internationale Studenten kennen lernen. Bin ich wollte nicht eigentlich nach AUSTRALIEN gegangen, um Australier kennen zu lernen?! Mein NEBENFACH INFORMATIK war dazu nicht geeignet, weil dieses Fach vorwiegend von Asiaten und Indern studiert wird. Aber es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten, mit Australiern Kontakte zu knüpfen, davon später mehr.
Warum bin ich nach Toowoomba gekommen? Ich habe festgestellt, dass sich das Studenten hier immer wieder fragen. TOOWOOMBA ist eine beschauliche Stadt mit 90000 Einwohner; das australische Leben tobt woanders. Wenn man aber den „Pre-departure Guide” der Uni gelesen hat, bekommt man eine Idee davon, was einen erwartet: „food outlets […] are not usually within walking distance of home“, „A city bus service […] is not available at night or on the weekend.“, und “During the three or four months of cold weather, Toowoomba can become windy, so be sure to have suitable clothing to keep out the wind.”. Das heißt, wenn für eine Einkaufsfahrt mit dem Bus kann man gut zwei Stunden einplanen, weil die Busse auch nur einmal stündlich fahren, am Wochenende und auch nach 18 Uhr nicht. Man wünscht sich also in Toowoomba ein Auto oder bleibt auf dem Uni-Campus. Dafür hat die Uni 24-Stunden-Studien- und Computerräume, eine Bibliothek, die auch am Wochenende und unter der Woche bis 21 Uhr geöffnet ist und eine eigene Disko, in der sich vorwiegend die 17- bis 19-jährigen vergnügen. Die meisten der australischen Studierenden waren jünger als ich (22 Jahre), weil sie im Allgemeinen mit 17 schon die High School beenden und die Uni nach nur drei Jahren mit einem Bachelor-Abschluss verlassen.
STUDIEREN kann man an der University of Southern Queensland ganz gut, die Kurse, die ich im letzten Semester belegt hatte, haben mir insgesamt gut gefallen. Es war erst eine Umstellung für mich, wenige umfangreichere "Assignments" zu schreiben, anstatt wie an der Uni Münster im Diplomstudiengang Mathematik wöchentlich Übungszettel zu bearbeiten, aber ich fühlte mich durch sie letztendlich gut auf die Klausuren vorbereitet.
Die Universität leitet ihre Studierenden ganz gut an. In den Kursbeschreibungen wird angegeben, wie viel Zeitaufwand von einem erwartet wird, die „Introductory Books“ enthalten einen Plan, welches Thema in welcher Woche durchgenommen wird und die „Study Books“ geben Anweisungen, welchen Stoff man in welcher Woche wie bearbeiten sollte. Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass je ein Student in einem Semester wirklich die Study Books aller seiner Kurse durchgearbeitet hat. Es ist durchaus zeitaufwändig, aber hilfreich. Zu fast jedem Kurs gibt es auch ein „Text Book“, das man lesen sollte. Die Bücher sind genauso teuer wie in Deutschland und leider hat sie die Uni-Bibliothek in Toowoomba nicht in dem Maße vorrätig, wie ich das von Münster gewohnt war. Man kann Bücher auch nur 2 Wochen ausleihen und zweimal verlängern. Es bleibt der Gebraucht-Bücher-Markt über die schwarzen Bretter in der Uni, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe.
Die Uni bietet auch allerlei Dienstleistungen an, die von psychologischer Hilfe über Taschenrechnerkurse bis zum Durchlesen von Bewerbungsschreiben reichen. Nicht zu vergessen die Ausflüge für internationale Studierende zu Sonderpreisen! Ich bin so nach Brisbane, zur Uni-Sternwarte, zu Kängurus in den Bush und zu einem Surfkurs an der Gold Coast gekommen. Und wenn man eine Frage hat, hilft einem jeder Mitarbeiter der Uni gerne weiter.
Wenn man die erforderlichen Englischkenntnisse mitbringt, ist es leicht, in Australien einen Studienplatz zu bekommen. Für die University of Southern Queensland hätte ich noch nicht einmal einen TOEFL-Test gebraucht. An der Uni konnte ich dann auch prinzipiell jeden Kurs belegen. Ich war selbst verantwortlich, über die nötigen Voraussetzungen zu verfügen.
Um AUSTRALIER KENNEN zu LERNEN bin ich in einen Basketballverein eingetreten, habe mir die passende Kirchengemeinde herausgesucht und bin zur wöchentlich stattfindenden Konversationsgruppe der Uni gegangen.
Wenn eine Familie in Australien in einer Kirchengemeinde engagiert ist, so auch mit ganzem Herzen. Das mag damit zusammenhängen, dass es keine Kirchensteuer gibt, und sich die Gemeinden ausschließlich durch Spenden der Mitglieder finanzieren. Dann will man auch jeden Sonntag den Gottesdienst besuchen und am obligatorischen „Morning Tea“ im Anschluss daran teilnehmen. In Deutschland wird man als „fremder“ Gottesdienstbesucher eher nicht angesprochen, in Australien sprachen mich alle an und gleich an meinem ersten Sonntag wurde zu einem Barbecue eingeladen. Fast jedes Wochenende fand bisher irgendein Treffen innerhalb der Gemeinde statt, zu dem auch meist die Pfarrer mit ihren Familien kamen und sich fröhlich unterhielten. Außerdem hat sich auch stets jemand angeboten, mich zur Kirche mitzunehmen, wenn es regnete oder ich es zu windig fand, um mit dem Fahrrad zu fahren. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich in jeder Lebenslage in dieser Gemeinde Hilfe finden würde.
Die Konversationsgruppe der Uni ist von australischen Studierenden für internationale Studierende, wurde aber in meinem ersten Semester in Toowoomba wenig nachgefragt, sodass oft die Australier in der Mehrheit waren. Ich habe australischen Slang gelernt und mich nett unterhalten.
Während meines Studiums wohnte ich auch mit vier Australierinnen zusammen. Unsere Interessen waren verschieden, sodass wir nicht viel zusammen unternommen haben, ich aber doch viel über die australische Kultur gelernt habe.
Meine UNTERKUNFT in Toowoomba hatte ich von Deutschland aus arrangiert. Ich hatte mich dazu entschieden „off-campus“ zu wohnen, hauptsächlich, weil dies die preiswerteste Alternative war. On-campus in einem „College“ der Uni zu wohnen ist teuer, aber im Preis enthalten sind auch Vollverpflegung und unbegrenzter Internetzugang. Ich wohnte in einer der Studentenunterkünfte, die sich ums Uni-Gelände herum gruppieren und aus einigen Häusern bestehen, in denen je drei bis fünf Studenten zusammenwohnen. Damit war ich zufrieden, denn ich hatte nette Mitbewohnerinnen erwischt und ein schönes Haus. Vermisst habe ich manchmal die deutsche Mensakultur, weil es doch anstrengend sein kann, jeden Tag zu kochen.
Für REISEN ist Toowoomba vielleicht nicht der ideale Ausgangspunkt, weil man zum nächsten Flughafen (Brisbane) doch 90 min mit dem Bus fahren muss. Ich bin in den Semesterferien gereist und habe seltener am Wochenende Ausflüge unternommen. Der Vorteil der University of Southern Queensland ist hier, dass es in der Mitte jedes Semesters zwei Wochen Ferien gibt. Andere Unis geben nur eine Woche.
Es empfiehlt sich, eine Kreditkarte zu haben, da es meist günstiger ist, Flüge und Unterkünfte im Internet zu buchen als über ein Reisebüro. Reisen fand ich insgesamt ziemlich einfach. Es war kein Problem, mal einen Greyhound-Bus früher oder später zu nehmen, obwohl ich schon eine Fahrkarte für einen bestimmten Bus hatte.
Von den Orten, die ich bisher in Australien gesehen habe, haben mir Hervey Bay/Fraser Island, Tasmanien und Sydney besonders gut gefallen. In Cairns waren mir zu viele Touristen (mich eingeschlossen) und ich fand den Regenwald nicht besonders faszinierend. Brisbane hat nette Ecken, ist aber in keiner Weise mit Sydney zu vergleichen.
Ich bin für EIN JAHR in Australien und nach der Hälfte der Zeit denke ich immer noch, dass diese Entscheidung richtig war. So haben sich für mich nicht nur die Flugkosten gelohnt, mir gefällt es besser, mehrere kürzere Reisen über drei bis vier Wochen zu machen als das ganze Land an einem Stück zu sehen. Wenn ich zu lange ununterbrochen unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass ich nichts Neues mehr aufnehmen kann und schwerer für schöne Aussichten zu begeistern bin.
Zum Schluss möchte ich jeden ermutigen, für eine Zeit im Ausland zu studieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich nicht nur ein anderes Land, sondern auch mich selbst besser kennen gelernt habe.
Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.
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